23.05.2018

Im Gespräch mit Daniel Ansmann, Produktmanager für Rundtische.

   

Herr Ansmann, die CR-Schwerlasttisch-Reihe ist eines der erfolgreichsten WEISS-Produkte. Aus den Produktionshallen der Automobilindustrie ist er kaum noch wegzudenken. Zur Automatica stellen Sie eine komplett neu entwickelte Schwerlasttisch-Reihe vor – zunächst an Hand der 700er und 900er Baugrößen.
 

Unsere Schwerlasttische werden von nahezu allen namhaften Akteuren der Automobil­industrie genutzt, das stimmt. Da geht es häufig um Body in white Anwendungen. Aber daneben kommen die Tische in ganz unter­schiedlichen Automationsumgebungen zum Einsatz. Zum Beispiel in der Pharmabranche, ja sogar für messtechnische Zwecke. Das sind sehr unterschiedliche Anforderungen, die da an unsere Automationskomponenten gestellt werden.

Für die Entwicklung der neuen CR-Reihe haben wir eine sehr starke Marktperspektive eingenommen. Was braucht der Kunde, und wie können wir ihn bei seinen Automatisierungsanforderungen unterstützen? Natürlich sollte die Lösung dem Kunden auch einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen.
 

Wie unterscheiden sich die Anforderungen der unterschiedlichen Zielkunden?

Generell kann man sagen, dass im Standardmaschinenbau hohe Stückzahlen, geringe Taktzeiten und extreme Genauigkeiten gefordert werden. Demgegenüber stehen im Automotive-Sektor die Beladungsmöglichkeiten und die Dynamik im Fokus. Klar ist aber auch, in allen Bereichen werden die Anforderungen immer spezieller und auch individueller. Die eine Standardlösung, die alles abdeckt gibt es nicht mehr – und heute ist auch niemand mehr bereit für etwas zu zahlen, das er nicht benötigt.
 

Ist das der Grund, warum es die neue CR-Reihe in mehreren Varianten und mit zahlreichen Optionsmöglichkeiten gibt?

Genau. Von der Grundidee her kann sich der Kunde sein CR-Modell ganz speziell konfigurieren. Exakt passend auf die Anforderungen seiner Applikation. Unser modulares Konzept ermöglicht ihm zwischen den Polen Präzision und Dynamik zu wählen. Neben unterschiedlichen Baugrößen stehen zwei Grundvarianten zur Auswahl: Bei der ersten steht die Genauigkeit im Fokus. Da sind zum Beispiel die Kurvenrollen spielfrei vorgespannt. Bei der zweiten Variante geht es um noch mehr Speed. Um Taktzeit und um Dynamik bei hoher Beladung. Und für beide gibt es viele weitere Anpassungsmöglichkeiten: vom Lager, Drehgeber bis zum Getriebe.
 


 

Sie erwähnten, im Zentrum der Produktentwicklung stand im besonderen Maße die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage?

Zunächst einmal führt die Modularität der neuen CR-Reihe zu einer wesentlichen Optimierung der Komponente in das Anlagenkonzept. Damit steigt natürlich auch die Gesamtwirtschaftlichkeit. Ein anderer ganz wichtiger Punkt ist hier das Thema „Wiederverwendbarkeit“. Allein schon durch den frei programmierbaren Servoantrieb können Sie den Tisch weiter einsetzen, auch wenn sich Produktionsbedingungen ändern. Oder Sie nutzen die identische Anlage, um unterschiedliche Varianten darauf zu produzieren. Aber das modulare Tisch-Konzept erlaubt noch mehr: Antrieb wechseln? Übersetzungen austauschen? Oder die horizontale in eine vertikale Arbeitsweise ändern? Das alles ist mit der neuen CR-Reihe problemlos machbar und steigert Wirtschaftlichkeit und Rentabilität der Anlage.
 

Jetzt aber mal zu den profanen Details. Wie viel stärker wurde der neue CR?

Lacht. OK, Sie haben Recht. Ist auch wichtig. Also, wir haben ordentlich an der Leistungsdichte geschraubt und eine Steigerung des Abtriebmoments von 20% hinbekommen. Das Gehäuse ist wesentlich steifer und robuster geworden und nicht zu vergessen: Es wurde flacher und bietet einen größeren Mittendurchmesser. Der ist jetzt um 230% gewachsen. Auf genau 346 Millimeter.